Vorstellung der Projektziele

Erklärvideo zur Erläuterung des Forschungsprojekts. Weitere Informationen zu den im Video angesprochenen Themen finden Sie hier.

Optimierung der Strafverfolgung

Ziel von INSITU ist die Erforschung eines Systems zur vernetzten, multimodalen und qualitätsgesicherten Vor-Ort-Beschreibung komplexer Auffindesituationen mit Mobilcomputer-basierten Methoden

Räumliche Dokumentation

Digitales, Mobilcomputer-basiertes Dokumentationssystem für die Tatortbefundaufnahme

Vernetztes Tatortmodell

Erzeugung eines räumlich-semantischen Tatortmodells und direkte Integration aller vor Ort erhobenen Daten ("in situ")

Automatisierung & Auswertung

Automatisierung von Dokumentations- prozessen und Bereitstellung komplexer Auswertungsfunktionen

Ein Mobilcomputer-basiertes Dokumentationssystem für die räumliche Tatortdokumentation

Im Rahmen der Zusammenarbeit des Bundeskriminalamtes und der TU Darmstadt soll mit INSITU ein System erforscht werden, welches lauffähig auf einem Mobilcomputer (Tablet, Smartphone), unter Einbeziehung multipler Sensoren (integrierter, externer), einen Ereignisort sowohl geometrisch als auch semantisch korrekt abbildet.

Moderne Mobilcomputer mit sensorgestützter Umgebungswahrnehmung (z. B. VIO, SLAM) ermöglichen die einfache Erfassung raumgebender Strukturen wie z. B. Räume, Wände und Türen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Vor-Ort-Generierung eines räumlichen Tatortmodells (3D-Modell, Grundriss). Durch den Einsatz von AR-Technologien (z. B. ARCore, ARKit) ermöglicht INSITU im Anschluss die direkte, räumliche Verortung von Befunden (Semantik) innerhalb des räumlichen Tatortmodells. Eine Client-Server-Architektur ermöglicht außerdem das gleichzeitige Dokumentieren von Befunden durch mehrere Benutzer in ein und demselben Modell.

Vernetzte Datenhaltung in einem digitalen Tatortmodell

Ein besonderes Merkmal von INSITU ist die Vernetzung aller verfügbaren Daten in einem einzigen, räumlich-semantischen Tatortmodell. Dies betrifft zum einen die gängigen Dokumentationsarten wie z. B. Notizen, Skizzen, Audioaufnahmen, welche über die Schnittstellen der Mobilcomputer einfach erfasst werden können. Darüber hinaus sollen insbesondere auch Daten aus den bereits in Verwendung befindlichen Technologien (Digitalkamera, Laserscanner, 360° Kameras) mit INSITU verknüpft werden. Ziel ist die Schaffung einer umfassenden und konsistenten Dokumentation, basierend auf einem hohen Grad an Automatisierung. Dadurch sollen zeitintensive und fehleranfällige Prozesse eliminiert, Kommunikation und Austausch verbessert und Strafverfolgungstätigkeiten beschleunigt werden. Perspektivisch kann diese Innovation in der Praxis einen erheblichen Mehrwert für die Polizeiarbeit darstellen, da alle benötigten Informationen multimodal vorliegen und exakt auf die aktuelle Fragestellung zugeschnitten extrahiert werden können.

Qualitätssicherung durch Automatisierung von Dokumentationsprozessen und komplexe Auswertungsfunktionen

Die Zusammenführung und digitale Vernetzung aller vor Ort erhobenen Daten in einem einzigen, konsistenten, räumlich-semantischen Datenmodell des Tatorts, bietet weitreichende Möglichkeiten der Qualitätssicherung, Automatisierung und Auswertung. Beispielsweise erlaubt die automatisierte Verortung von Fotos in einem Grundriss bereits vor Ort Rückschlüsse auf noch nicht ausreichend dokumentierte Bereiche. Die Verwendung standardisierter Formulare und Checklisten sowie die automatische Nummerierung und räumliche Verortung von Asservaten sind weitere Beispiele für eine Unterstützung der Tatortarbeit durch INSITU. Im Anschluss an die Dokumentation bietet das räumlich-semantische Datenmodell umfangreiche Möglichkeiten der Auswertung. Mit Hilfe von Filter- und Suchfunktionen können unter anderem räumliche und objektbezogene Anfragen an das Modell gestellt werden, wie z. B. "Zeige alle Fotos und Notizen für die Vase im Wohnzimmer". In ähnlicher Weise können kontextsensitive Dokumente (Protokolle, Lichtbildmappen etc.) einfach generiert werden.